Syd Barrett Biografie

Alles fing in Cambridge an. Roger „Syd“ Barrett war kein normaler Typ. Er war charmant, malte Bilder und hatte diesen Kopf voller Melodien, die keiner sonst hörte. Als er nach London zog, passierte es: Er stöpselte seine Telecaster ein, klebte Spiegel drauf und machte den UFO Club zu seinem Wohnzimmer. Pink Floyd waren damals keine Stadion-Band, sie waren der Soundtrack für den Underground. Syd spielte nicht einfach Gitarre; er misshandelte sie mit einem Zippo-Feuerzeug und jagte alles durch ein Binson Echorec, bis es klang wie ein abstürzendes Raumschiff.

Der Höhepunkt: Piper at the Gates of Dawn 1967

Während die Beatles nebenan brav an Sgt. Pepper bastelten, nahm Syd mit Floyd The Piper at the Gates of Dawn auf. Er schrieb Songs über Gnome, Fahrräder und das I Ging. Es war kindlich, aber verdammt unheimlich. Syd war der King der Szene, der Posterboy des Psychedelic Rock. „Arnold Layne“ und „See Emily Play“ waren Hits, und plötzlich wollten alle was von ihm.   

Syd Barrett
Syd Barrett

Der Absturz: Licht aus

Dann kam das Acid. Viel davon. Syds Blick wurde leer – der berüchtigte „Syd Stare“. Auf der US-Tour 1967 stand er bei Shows einfach nur da, die Arme schlaff an der Seite, während die Band um ihr Leben spielte. Der Tiefpunkt? Er brachte einen neuen Song zur Probe mit: „Have You Got It Yet?“. Jedes Mal, wenn die Jungs einstiegen, änderte er den Takt und grinste: „Habt ihr’s jetzt kapiert?“. Irgendwann kapierten sie: Er ist weg. Im Januar 1968 holten sie ihn auf dem Weg zu einem Gig einfach nicht ab. Kalt, aber sie wussten nicht weiter.

Solo & Chaos

Syd machte weiter, irgendwie. Seine Solo-Platten The Madcap Laughs und Barrett sind pures Chaos, zusammengehalten von David Gilmour und Roger Waters, die versuchten, ihren alten Kumpel zu retten. Man hört, wie er auseinanderfällt – Songs brechen ab, er singt falsch, aber es ist so ehrlich, dass es wehtut. Nach einem desaströsen Gig mit seiner kurzlebigen Band Stars 1972 packte er die Gitarre endgültig weg.

Der Geist in der Maschine (1975)

Die gruseligste Story: 1975 nahmen Pink Floyd Shine On You Crazy Diamond auf – einen Song über Syd. Plötzlich stand ein fetter, kahlgeschorener Typ im Studio. Keiner erkannte ihn erst. Es war Syd. Er putzte sich die Zähne im Studio und redete wirres Zeug. Roger Waters weinte wie ein Schlosshund. Syd verschwand wieder und ward nie mehr gesehen.

Das Ende

Syd wurde wieder zu Roger. Er zog zu seiner Mutter nach Cambridge, malte Bilder (die er oft verbrannte) und gärtnerte. Er war fertig mit dem Business. Wenn Fans klopften, sagte er: „Syd wohnt hier nicht mehr.“ Er starb 2006 an Krebs. Er hinterließ keine Hits für die Ewigkeit, sondern eine Idee: Dass man keine Regeln braucht, um Magie zu machen. Er war der ursprüngliche „Crazy Diamond“.

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