David Gilmour Biografie

Für Musikfans weltweit ist David Gilmour weit mehr als nur ein Gitarrist – er ist ein Klangarchitekt, dessen Solos ganze Geschichten erzählen. Sein Stil basiert auf dem Credo, das zu spielen, was man fühlt, und alles andere zu vergessen. Gilmour ist der Meister der Entschleunigung: Während andere mit technischer Geschwindigkeit beeindrucken, setzt er auf Gänsehaut-Momente durch perfekt gesetzte Bends, unendliches Sustain und eine bluesige Tiefe, die direkt ins Herz trifft.

Die Cambridge-Jahre: Wo die Magie begann

David Jon Gilmour wurde am 6. März 1946 in Cambridge in ein eher akademisches Elternhaus geboren. Doch die wahre Bildung erhielt er auf der Straße und in den Mittagspausen am College. Dort traf er auf Syd Barrett, mit dem ihn eine tiefe Freundschaft verband; gemeinsam übten sie Songs der Beatles und zogen später sogar als Straßenmusiker durch Frankreich. Diese frühen Jahre waren prägend: Bevor der große Ruhm kam, arbeitete Gilmour sogar als Fahrer für den Modedesigner Ossie Clark. Diese Bodenständigkeit hat er sich bis heute bewahrt, auch wenn er später zum „Humble Master of Technology“ aufstieg.

Der Einstieg bei Pink Floyd: Ein schweres Erbe

Gilmours Weg zu Pink Floyd war von Tragik begleitet. Er stieg Ende 1967 ein, um seinen Freund Syd Barrett zu unterstützen, dessen psychischer Zustand durch Drogenkonsum immer instabiler wurde. 1968 wurde Gilmour schließlich festes Mitglied und prägte ab dem Album A Saucerful of Secrets den neuen, atmosphärischen Sound der Band. Er schaffte es, die psychedelischen Wurzeln von Barrett mit einer bluesigen Eleganz zu verbinden, die von Vorbildern wie B.B. King und Jimi Hendrix inspiriert war.

Die Black Strat: Ein Stück Rockgeschichte

Jeder Fan kennt sie: die legendäre „Black Strat“, eine 1969er Fender Stratocaster, die Gilmour 1970 bei Manny’s in New York kaufte. Für David war sie nie ein Museumsstück, sondern ein „Working Tool“ – eine Werkbank für seinen Sound. Er modifizierte sie ununterbrochen: sechs verschiedene Hälse, zahllose Tonabnehmer-Wechsel und sogar ein kurzzeitiger Einbau eines Kahler-Tremolosystems zeugen von seinem Forschergeist. Auf dieser Gitarre entstanden die unsterblichen Töne von The Dark Side of the Moon, Wish You Were Here und das monumentale Solo von Comfortably Numb, das regelmäßig zum besten Gitarrensolo aller Zeiten gewählt wird.

Meilensteine und der Bruch mit Waters

Die 1970er waren das Jahrzehnt, in dem Pink Floyd zur größten Band des Planeten wurde. Während Gilmour für die emotionalen Höhepunkte sorgte, übernahm Roger Waters zunehmend die konzeptionelle Führung. Trotz interner Spannungen entstanden Meisterwerke wie The Wall. Fans wissen: Das Solo in „Comfortably Numb“ war ein hart erkämpfter Kompromiss zwischen Waters’ Wunsch nach Schlichtheit und Gilmours Drang nach orchestraler Wucht. Nach dem Ausstieg von Waters 1985 bewies Gilmour, dass er die Marke Pink Floyd auch alleine durch die Stadien der Welt führen konnte, was in den gigantischen Tourneen der 90er Jahre gipfelte.

Solo-Pfade und Entdeckungen

Auch abseits von Floyd hinterließ Gilmour tiefe Spuren. Sein erstes Soloalbum von 1978 zeigte eine raue, persönliche Seite, während spätere Werke wie On an Island (2006) oder das aktuelle Luck and Strange (2024) eine fast schon meditative Ruhe ausstrahlen. Ein besonderer Verdienst für uns Musikliebhaber: Ohne Gilmours Gespür für Talente hätten wir vielleicht nie die Musik von Kate Bush entdeckt, deren Karriere er massiv förderte.

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